Innovationen schützen, Wettbewerbsvorteile sichern: Rückblick auf den ersten Kaminabend

Patentanwalt Axel Rauschenbach zeigte beim ersten Kaminabend von automotiveland.nrw, warum geistiges Eigentum Chefsache ist und wo Unternehmen ihre Innovationen ungewollt aufs Spiel setzen.

 

Am 6. Oktober 2026 fand in der Unternehmerlounge des VBU in Solingen der erste Kaminabend von automotiveland.nrw statt. Thema war eine Frage, die im Tagesgeschäft vieler Unternehmen zu kurz kommt: Wie wird aus einer guten Idee ein dauerhafter Wettbewerbsvorteil?

Referent war Axel Rauschenbach, Patentanwalt und European Patent Attorney der Kanzlei Rauschenbach + Schied Patentanwälte aus Dresden sowie Lehrbeauftragter an der TU Dresden. Wir danken ihm herzlich für einen praxisnahen Vortrag, der viele überraschende Einsichten geliefert hat.

Die wichtigsten Impulse des Abends

  • Idee ist nicht gleich Innovation: Zur Innovation wird eine Idee erst, wenn Neuheit, Kundennutzen und Umsetzung zusammenkommen. Wirtschaftlich wertvoll heißt dabei nicht automatisch patentfähig, und umgekehrt.
  • Vorsicht bei der eigenen Veröffentlichung: Messeauftritt, Website, Pitch oder Kundengespräch vor der Anmeldung können die eigene Patent- und Designneuheit zerstören.
  • Ein Patent ist keine Verkaufserlaubnis: Ob ein Produkt fremde Schutzrechte verletzt (Freedom to Operate), muss für jedes Produkt und jeden Zielmarkt gesondert geprüft werden.
  • Schutz entsteht als Kombination: Am Beispiel eines Elektrofahrzeugs wurde deutlich, wie Patent, Urheberrecht, Design, Marke und Geschäftsgeheimnis ineinandergreifen. Manches Know-how ist geheim gehalten sogar besser geschützt als angemeldet.
  • Das Arbeitnehmererfinderrecht gilt auch ohne Patentabteilung: Wird eine gemeldete Diensterfindung nicht innerhalb von vier Monaten freigegeben, gilt sie grundsätzlich als in Anspruch genommen. Klare interne Meldewege sind deshalb unverzichtbar.

Das Fazit des Abends: Die beste Schutzrechtsstrategie ist nicht die mit den meisten Aktenzeichen, sondern die, die zum Geschäftsmodell passt und das Unternehmen am Markt stärkt.

Vielen Dank an alle Teilnehmenden für die offenen Fragen und den lebhaften Austausch.

Nächster Termin: 2. Kaminabend „KI – Wunsch & Wirklichkeit“

Am Mittwoch, 18. November 2026, von 17:30 bis 20:00 Uhr geht es in der Unternehmerlounge des VBU weiter. Michael Seraphin, Geschäftsführer der Strats & Sparks GmbH, wirft einen ehrlichen Blick darauf, welche KI-Anwendungen heute schon wirtschaftlich sinnvoll sind und wo noch Risiken liegen. Danach ist Zeit für den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus der Branche.

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