NEUE WEGE GEHEN BEDEUTET ZUKUNFT BEWEGEN
Die 2. Automotive-Zukunftskonferenz am Berufsbildungszentrum der Industrie (BZI) brachte Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Politik, Wissenschaft und Weiterbildung zusammen. Ziel war es, zentrale Herausforderungen der automobilen Wertschöpfungskette zu diskutieren und konkrete Handlungsansätze für die Transformation zu entwickeln.
Auftakt und Impulse
Eröffnet wurde die Konferenz durch Stephan Alexander Vogelskamp und Alexander Lampe (BZI). Remscheids Oberbürgermeister Sven Wolf setzte zu Beginn einen klaren Schwerpunkt:
„Die neueste Technologie bringt nichts, wenn die Menschen fehlen, sie zu bedienen.“
Damit wurde die aktuelle Situation vieler Unternehmen umrissen: wirtschaftlicher Druck, struktureller Wandel und ein hoher Bedarf an qualifizierten Fachkräften.
Den inhaltlichen Auftakt gestaltete Ferry M. M. Franz, Geschäftsführer des ADAC Westfalen, mit einem Impulsvortrag zu zukunftsfähigen Mobilitätsperspektiven und realistischen Entwicklungsszenarien für die Branche. Im Anschluss sprach Alexander Jess vom Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller e. V. (VDIK) über den Status quo und die Perspektiven internationaler Automobilhersteller in Deutschland. Dabei beleuchtete er aktuelle Marktbedingungen sowie strategische Entwicklungen im internationalen Wettbewerbsumfeld. Professor Dr. Jan-Philipp Büchler, Professor für Business Administration und Hidden Champion Research an der FH Dortmund zeigte anschließend die Wachstumschancen für den Mittelstand durch Technologie auf. Unter dem Leitgedanken „Kompetenz-Transfer in neuen Applikationen“ stellte er dar, wie bestehende industrielle Kompetenzen erfolgreich in neue Anwendungsfelder übertragen und weiterentwickelt werden können.
Vorträge zum Download:
- Vortrag Ferry M. M. Franz – Mobilität von morgen? Alles nur ein Traum?
- Vortrag Alexander Jess – Die internationalen Automobilhersteller in Deutschland – Status Quo und Perspektiven
- Vortrag Dr. Jan-Philipp Büchler – Wachstumschancen für den Mittelstand durch Technologie – Kompetenz-Transfer in neuen Applikationen
Vertiefung in Workshops
In den anschließenden Workshops wurde deutlich, wo konkreter Handlungsbedarf besteht und wie Unternehmen die Transformation aktiv gestalten können.
Im Workshop „Lernen in der Beschleunigung“ stand die Frage im Mittelpunkt, wie Beschäftigte für Lernen, Veränderung und Mitgestaltung gewonnen werden können. Alexander Lampe brachte es auf den Punkt:
„Es braucht viel Dialog im Betrieb. Klar ist, dass sich vieles verändern muss. Am besten gelingt das dort, wo Menschen Lust auf Veränderung entwickeln und Spaß daran haben, Neues mitzugestalten – statt Angst davor zu haben.“
Inger Korflür (Atlas – Automotive Transformationsplattform) ergänzte:
„Für Lernen in der Transformation ist entscheidend, dass Beschäftigte ihre eigene Rolle im Veränderungsprozess verstehen. Erst dann entsteht Bereitschaft, sich aktiv einzubringen.“
Der Workshop zur Cybersicherheit machte den Ernst der Lage deutlich. Thomas Lämmer-Gamp (Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH) wies darauf hin, dass viele Unternehmen zwar über gutes technisches Know-how verfügen, es jedoch häufig an Awareness und Kommunikation mangele.
Wolfgang Straßer verdeutlichte die Tragweite:
„Wenn Unternehmen gehackt werden, stehen sie schnell auf der Kippe – und in der Automobilindustrie geht es im Zweifel um Leben und Tod.“
Ausblick
Zum Abschluss der Konferenz wurden die zentralen Ergebnisse des Tages zusammengeführt und nächste Schritte zur weiteren Vertiefung der Themen skizziert. Die diskutierten Handlungsfelder – von Fachkräftesicherung über Qualifizierung bis hin zu technologischen und sicherheitsrelevanten Fragestellungen – werden auch über die Veranstaltung hinaus weiterbearbeitet.
Die Zukunftskonferenz Automotive versteht sich als Plattform für Austausch, fachliche Vertiefung und branchenübergreifende Zusammenarbeit in Zeiten der Transformation.

